"Handgrenade Blues" der dänischen SuperCharger landet im Player und bereits nach ner guten Minute weiß ich: Das hier ist mal wieder nichts für mich. Kennt ihr das wenn man etwas zum ersten mal hört und denkt: "Scheisse davon hab ich schon zehn Platten im Schrank..."
Die Songs gut, aber wenig speziell; die Produktion superfett, aber einfach zu aufdringlich; die Typen sicher ok, aber auf dem Bandfoto mehr eine lebende Rock´n´Roll-Kostümparade. Ist denn der Norden Europas jetzt der Komödienstadl des Rock?! Der Drang der aktuellen Rockszene zur Klischeeveranstaltung setzt sich nach den Carburetors also fort. Das kommt mir alles nicht mehr "real" vor.
Irgendwie eine Platte, die man laufen lässt wenn der entfernt verwandte Cousin aus der Provinz das erste mal zu Besuch in der großen Stadt ist und total --->
...und auch die zweite Platte "No Guts No Glory" von AIRBOURNE strotzt nur so vor gutem, mit der Muttermilch aufgesogenem Musikgeschmack. Rock´n´Roll-Phrase jagt Rock´n´Roll-Phrase. AC/DC jagen Rose Tattoo. Wie es scheint feiern Australier einfach härter. Die Kreise schließen sich. Der Sound ist noch fetter als auf dem Debüt "Running Wild" , die Chöre noch zäher, der Groove noch härter, der Breitbeinrock noch breiter und die Party noch exzessiver! --->
Oh man, das ist hart. Da landet doch echt eine Deutschpunkband in meinem Player - und ich kann mit Deutschpunk nichts anfangen. Schlechte Vorzeichen also für mich und die Band, sorry. Die guten Zeiten des Deutschpunk sind nunmal seit den BAFFDECKS oder JIMMI PELZ FISTFUCK USA vorbei. Für mich klingen BETONTOD - ´schuldigung für den Vergleich - wie die Onkelz. Für mich klingt Schlagerbetroffenheitsmetal nunmal immer nach Onkelz. Und die Musik pendelt nunmal zwischen Punk und Metal und die Lyrik pendelt ebenso zwischen pubertärer Sozialkritik, Durchhalteparolen, Straßenkampf und Suffparty. Hm. Manchmal fall ich auch echt vom Glauben ab: Streicher auf ner Punkplatte... die Gitarre spielt eine billige Schlagermelodie... --->
Mit dem dem Vorgänger "III: Views Of Distant Towns" erhaschten die Isländer von GAVIN PORTLAND 2008 erste Lorbeeren in der HardCore- und Indieszene. Die Band ging das Nachfolgealbum "IV: Hand In Hand With Traitors, Back To Back With Whores" somit mit voller Kraft an - kam aber aufgrund der um sich greifenden Wirtschaftskrise; von der Island ja bekannterweise mit am schwersten getroffen wurde; ins Schlingern. Keine Kohle, kein Studio, kein Label, keine Platte. Das volle Programm an Minuspunkten also.
Es hieß also: sich auf das wesentliche konzentrieren. Kurze krachige Songs, direkte wesentliche textliche Infos, kein Indiedreck versaut mehr das HardCore-Brett zwischen Neurosis und Fugazi oder Fireside auf Meth. Die Platte startet wie eine Dampfwalze aus Wut und --->
Eine Dekade nach dem Stampfer "Hellbilly Deluxe" wirft Allround-Horrormeister und Hans-Dampf-in-allen-Gassen Rob Zombie den 2. Teil unter die Meute. Wie in allen seinen Arbeiten bestätigt sich auch diesmal der Hang zu C-Movie-Horrorklischees und Tod & Teufel. Diesmal gehts jedoch mehr im Midtempo zur Sache - mit schmissiger 60th Hammond-Orgel, Twang, Fuzz und sogar Streichern vertont. Allein die Songtitel sind wieder zum Brüllen und geben die ideelle Richtung vor - und mit "Werewolf Women Of The SS" schießt er sowieso den Vogel ab. Schön sick! Den Amis ist echt nichts heilig und wie Zombie seit Jahren sowohl --->
Wenn schon Untergang dann totale Zerstörung! Mit Pauken, Trompeten und einer neuen Platte verabschieden sich Ostdeutschlands Suft/Beat-Helden ROBERT & THE ROBOTERS in die Altersteilzeit. Wer hat schon den Arsch in der Hose und veröffentlicht zur Abschiedsshow eine neue Platte!? Nach 10 Jahren kommt der Beatexpress aus Dresden auf der Höhe seines Schaffens zum Stehen. Bitte alle aussteigen und die --->
Bevor CLUTCH im August im neuen MOTORAVER Nr. 30 mit einem Backseat Interview gehuldigt werden, ist vorab erstmal Zeit zur Würdigung der neuen Platte! Unsere Platte des Monats! ...´ma sagn!
Das neue CLUTCH-Album "Strange Cousins From The West" steht seit Freitag in den Läden und erntet die Lobeshymnen derMusikpresse. Und das vollkommen zu Recht. Nach fast 20 Jahren des Ackerns im Underground und der fast jährlichen Veröffentlichung eines neuen - jedes auf seine Art genialen Albums !!! - steht die Band --->
Eine DER Bands der letzten Jahre ist nach konstantem Touren zurück und beweist, dass an ihnen in den nächsten Jahren in Sachen Reggae kein Weg vorbei führen wird. "IV" setzt die Entwicklung der Band und die Weiterentwicklung des bandeigenen Sounds und musikalischen Trademarks "Dirty Reggae" fort. Im Gegensatz zu den bisherigen Platten der AGGROLITES ist der Sound jedoch wesentlich smoother und weniger kratzbürstig ausgefallen. Ihr Skinhead-Reggea klingt deshalb umso mehr wie original vor 40 Jahren gemacht - kann aber damit auch nicht mehr mit Punk-Attitude punkten. Und dies ist auch mein persönliches Manko der --->
Und wieder taucht jemand der aus der Versenkung auf: Nachdem sich RHINO BUCKET 1995 verabschiedeten und sich 2000 reformierten, liegt nun ein neues Album vor. Die Meinungen über "The Hardest Town" reichen von "...wer braucht noch eine AC/DC-Kopie?!" bis "...nichts neues, aber geil!". Persönlich schließe ich mich da letzterer Meinung an. Klar, den AC/DC-Vergleich werden sie nie los - zumal sie mit Simon Wright noch einen ex-AC/DC-Drummer in den Reihen haben. Aber allein die Verwendung von Fender statt Marshall macht --->
Nach sechs albumfreien Jahren legen RANCID mit "Let The Dominoes Fall!" ihr neues Werk vor und beweisen der Welt da draußen, dass der Erfolg seit "...And Out Come The Wolfes" keine Eintagsfliege war. Punkrock lebt und wenn er so vielschichtig wie von RANCID vorgetragen wird, hat er eine große Zukunft. Bereits mit "East Bay Night" hauen sie dir einen Mitsinger erster Güte um die Ohren und beim dritten Song "Up To No Good" - ein feinster Floorstomper mit Unterstützung von Booker T an --->