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Saturday, 13 March 2010  
 
BMW M1 Procar Revival Hockenheim: Laut, geil, Lauda!
 Christian Böhner, 23-07-2008 11:46 in M.Blog, Racing | Views : 1496

M1 Procar Art Car live auf RennasphaltHockenheim, 19./20. Juli 2008.

Mit großen Namen und großem Fahrspaß kehrte die BMW M1 Procar Serie am letzten Samstag nach 30 Jahren auf die Rennstrecke zurück. Zehn prominent besetzte Exemplare der knapp 500 PS starken Mittelmotor-Boliden fuhren im Rahmen des Großen Formel-1-Preises von Deutschland das erste von zwei Showrennen auf dem Hockenheimring...

 


... Der dreimalige Weltmeister Niki Lauda sagte: „Es war eine richtige Hetz. Wir konnten so fahren, wie wir wollten, wir mussten nicht langsam fahren. Eigentlich hätten wir dem Jochen Neerpasch im M1 Art Car (Wert ca. 20.000.000 Euro, Anm. d. Red.) hinterher fahren sollen, der kam jedoch beim Start nicht gescheit weg. Damit war für mich freie Fahrt. Ob meine Karriere wirklich beendet ist, darüber werde ich wohl noch mal nachdenken. Das war richtig lustig.“

„Ich wollte schon immer mal ein Rennen gegen Niki Lauda fahren“, sagte grinsend BMW Sauber F1 Team Testfahrer Christian Klien, der ebenfalls eines der legendären Autos steuerte. Als Spätgeborenen überraschte den Österreicher die Güte der Oldtimer: „Wahnsinn, was diese Autos in den 80er Jahren schon für ein Fahrverhalten hatten. Das fühlt sich selbst heuer noch fortschrittlich an. Und der Sound ist eh irre – man sitzt ja direkt vor dem Motor, und bei 10.000 Umdrehungen geht es mächtig zur Sache. Da spürt man auch die ganze Power. Ich freue mich schon auf den zweiten Lauf!“

M1 Procar Lauda am GasM1 Procar Lauda vornM1 Procar Neerpasch im Warhol Art Car vorn

M1 Procar Christian Danner happy nach der Hatz mit LaudaM1 Procar Lauda happy am alten DienstfahrzeugM1 Procar Marc Surer

RTL-Experte Christian Danner duellierte sich an der Spitze mit Lauda. „Aber am Ende habe ich dem Weltmeister den Vortritt gelassen“, so der ehemalige F1-Pilot im Scherz, „zumal ich abgelenkt war, denn mein Beifahrer Tim Mälzer hat immer übers Kochen geredet.“ Den Herren Mälzer (Motoraver-Fan der ersten Stunde und bekennender Altblech-Liebhaber) haben wir dann auch direkt nach seiner schnellen Kutschfahrt am Fuße der Tribüne mit breitem Grinsen für nen Smalltalk angetroffen.

M1 Procar Prinz Poldi, Jochen Neerpasch, Frank StellaM1 Procar Stuck Wagen mit altem Sponsor M1 Procar alle Fahrer und Beifahrer und Tim

Am Samstag Abend waren wir dann von BMW mit ca. 500 Gästen auf das Schloß Heidelberg eingeladen, wo die sogenanne M Night stattfand. Im Schloßhof gab es bestes BBQ und von einer hübschen, blonden Moderatorin wurden dann neben wichtigen BMW-Motorsport-Menschen die gesamte M-Wagen-Flotte vom M1 über alle M3 bis zum aktuellen M3 Straßenmodell vorgestellt. Dabei kamen die Wagen höchstpersönlich von den Helden ihrer Zeit reingebraten, so fuhrten Johnny Cecotto und Jörg Müller ihre Rennboliden kernig laut auf den Hof. Dabei blieben die symphatischen BMW-Leute immer auf dem Teppich, was das Ganze neben dem gelungenen Rahmenprogramm zu einer sehr angenehmen Veranstaltung machte.

Das zweite Showrennen wurde am Sonntag kurz vor dem Start des Grand Prix vor fast ausverkauftem Hause ausgetragen.

Das unbestritten kostbarste Auto, ein von Andy Warhol gestaltetes Art Car, fuhr Jochen Neerpasch, einer der Väter des spektakulärsten Markenpokals der Rennhistorie. Neerpasch, damals Chef der BMW Motorsport GmbH, initiierte die Procar Serie gemeinsam mit Bernie Ecclestone und Max Mosley in den vor drei Jahrzehnten vergleichsweise familiären Strukturen der F1. Der 30. Geburtstag des M1 als erstem eigenständigen Fahrzeug der früheren BMW Motorsport GmbH ist Anlass des Revivals.

M1 Procar Art Car live auf RennasphaltM1 Procar in HockenheimM1 Procar on track

Die Procar Serie lebte 1979 und 1980 einerseits von der Attraktivität des Autos, aber auch davon, dass sich junge Fahrer mit den Top-Piloten der damaligen Formel 1 messen konnten: Die fünf schnellsten Fahrer aus dem Freitagstraining der Formel 1 erhielten jeweils ein M1-Cockpit, die Werksautos wurden von Ron Dennis technisch betreut. Weitere 15 Fahrzeuge wurden mit hungrigem Nachwuchs besetzt. „Man war unheimlich stolz, wenn man gegen die etablierten Stars antreten durfte“, erinnert sich Marc Surer, der in Hockenheim ebenso mit von der Partie war wie die Altmeister Dieter Quester, Harald Grohs und seine Königliche Hoheit Prinz Leopold von Bayern.

Jochen Neerpasch hatte trotz eines Kupplungsproblems beim Start seine Freude an dem Auftritt: „Es war toll, dass sich das nun realisieren ließ. Wir haben zum 30-jährigen Jubiläum auch ein Buch aufgelegt. Dadurch habe ich mich in letzter Zeit mit drei Jahrzehnten Rennsport beschäftigt, das war auch persönlich eine interessante Erfahrung. Es ist viel passiert in dieser Zeit.“ Diesen schönen, gut geschriebenen Fotobildband bekamen wir dann auch mit auf den Weg. Ein klasse Buch für Fans des einzigartigen M1 ist ab Ende August im Handel . Motoraver tested.

Neerpaschs Beifahrer im Warhol-M1 war kein geringerer als Frank Stella . Der 72-jährige Künstler sagte: „Das BMW M1 Procar Revival hier in Hockenheim hat unheimlich viel Spaß gemacht. Es war eine Ehre für mich, in diesem wunderschönen wie einzigartigen BMW M1 Procar Andy Warhol fahren zu können. Das Auto, die Zuschauer, das ganze Ambiente – es war wirklich phantastisch und eine wunderbare Erfahrung. Im Vergleich zu damals vor 30 Jahren hat sich das Rennen fahren heutzutage nicht groß verändert, aber das ganze Drumherum ist inzwischen komplett anders geworden. Zwischen Sport und Kunst gibt es eine große Gemeinsamkeit: Es ist eine Sache der Befriedigung, wenn man fertig ist. Meine Philosophie ist es, immer das Beste zu geben. Manchmal bin ich dann überrascht, was dabei herauskommt, und ein anders Mal bin ich enttäuscht. Hier auf der Strecke fällt es einem wirklich schwer, nicht begeistert zu sein.“ Stella selbst gestaltete auch ein Art Car, einen BMW 3.0 CSL, der 1976 in Le Mans teilnahm.

Insgesamt also wirklich ein gelungenes Wochenend, das wir als Gäste von BMW genießen durften und, ach ja, da war ja noch was: Der Formel 1 GP von Deutschland, den wir zwar mit großen Augen und gestöpselten Ohren ganz nah erleben durften, doch wo wir leider nicht direkt als Presse akkreditiert waren und Euch somit auch leider keins der vielen schönen Bilder zeigen dürfen. Nächstes Mal fragen wir aber bei Bernie´s Leuten, ob wir hier mal was bringen können und dann zeigen wir Euch Fotos aus der ersten Startreihe.


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