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Direkt aus einer Epoche, in der harte Männer mit langen Haaren Spandex-Hosen und weiße Adidas Tennis Special (die hohen!) trugen um das Establishment zu besiegen, wurden Bullet in unsere Zeit gebeamt. Anders als der weinerliche Müll, bestehend aus gesignten Popsternchen im Rocker-Outfit oder Realschülerbands mit psychischen Problemen und weiß geschminkten Gesichtern, den man uns heute als Metal verkaufen will, rollen die Jungs aus Schweden mit ihrem Oldschool-Sound das Metal-Schlachtfeld von hinten auf. Abseits der Bühne rollt die Band stilecht mit ihrem 64er Volvo Tourbus von Konzert zu Konzert. Grund genug für uns, Gitarrist und Chefmechaniker Hampus Klang vor ihrem Auftritt auf der "One More Beer Rockhard-Party" in der Essener Zeche Amalie zu treffen. Auf dem Parkplatz, wo sonst...
Ihren Stil bezeichnen Bullet selbst als Oldschool Rockin‘ Heavy Metal, der in die Fußstapfen von Judas Priest, AC/DC und Saxon tritt. Sie seien nicht bloß auf Tour, sondern auf einer Mission. Einer Mission, die den wahren unverfälschten Metal zurückbringt, wie uns Hampus versichert.
Als rollende Festung dient ihnen dabei ihr Volvo B63508, Baujahr 1964. Nachdem Gudrun vor drei Jahren ihren Düsseldorfer erschlug, fanden sie in ihm einen adäquaten Ersatz. Der ehemalige Postbus stand zu diesem Zeitpunkt bereits seit 10 Jahren im Wald, ehe er für seine letzte große Aufgabe aus dem Unterholz gezerrt wurde.
Wiederbelebung und Innenausbau des abgehalfterten Schweden stemmte die Band gemeinsam mit ein paar Freunden im Alleingang. Das Interieur, bestehend aus Sofaecke, Mini-Bar und Kühlschrank, gestaltete bereits auch längere Aufenthalte an Bord bei Kreuzzügen durch ganz Europa angenehm. Größere technische Probleme traten dabei bisher nicht auf und selbst im Falle größeren Erfolges würde man den Klassiker mit Aluminium-Karosserie nicht gegen einen modernen Nightliner mit Satelliten-Navigation und Bremsassistenten eintauschen. Höchstens gegen einen London-Bus mit zwei Etagen, fügt Herr Klang hinzu.
Auch wenn der Style des Busses sofort an die schwedische Raggare-Kultur erinnert, distanzieren sich Bullet eher von den Hinterwäldlern in ihren verrosteten Ami-Schlitten. Man fahre zwar auch privat Altblech in Form von Opel Rekord und Buckel-Volvo, mit den nordeuropäischen Südstaatlern habe man jedoch weniger zu tun.
"Buy old cars, listen to Bullet. Listen to old cars, buy Bullet!" (Hampus)
Am 5. September erscheint ihr zweites Album Bite the Bullet. Bis dahin vertreibt euch am besten die Zeit mit Dosenbier oder Heading for the Top, dem Titeltrack aus dem gleichnamigen Erstling:
www.bullet.nu
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