Wenn man sich das Kinoprogramm der letzten Monate so anschaut, lieferten sich die mit Millionenbudgets besetzten Hollywood-Schinken eine Materialschlacht nach der anderen und so manche Story verlor gar ganz ihren Reiz aufgrund übermäßiger Konzentration auf Bilder und Spezialeffekte. Das es auch mit extrem beschränkten Mitteln geht und dabei noch ein außergewöhnlich cooler Independent Film mit Kultpotenzial entstehen kann, ohne das einem ein Dutzend Geldverwerter in die kreative Suppe spucken, zeigt der Film "DEUCE OF SPADES" von Faith Granger. Motoraver ist stolz als erstes deutsches Automagazin darüber berichten zu dürfen!
Wie kam es zu dem Projekt?
Die Filmemacherin Faith Granger stammt ursprünglich aus Nizza, zog aber später mit ihren Eltern nach Beirut und wuchs dort unter härtesten Bedingngen auf. Krieg und Zerstörung waren ständiger Begleiter und so lernte sie das Leben ganz neu wertzuschätzen. Ende der 80er kam die selbsternannte Weltbürgerin Faith nach Amerika, wo sich das Multitalent vielen verschiedenen Projekten widmete. Ihre Leidenschaft für alte Motoren und Technik erlangte sie mit 14 Jahren, als sie eines Tages ihren Vater fragte, wie denn ein Auto funktioniert. Er erklärte ihr alles und so wurde ihre Leidenschaft für Mechanik entfacht. Im Jahr 2006 fand sie nach langer Suche endlich ihren 32er Roadster und restaurierte ihn selbstredend auf eigene Faust. Der gleiche Wagen spielt nun auch die automobile Hauptrolle in DEUCE OF SPADES. Nachdem die USA 2007 das 75 jährige Jubiläum des Deuce feierten und Faith' selbst zusammengestellte Dokumentation über die weiblichen Pioniere des Hot Roddings und ihre 32er Roadster namens "LAST OF THE HIBOY GIRLS" auf der Grand National Roadster Show enormen Anklang fand, war ihr klar, dass sie einen eigenen Film machen musste. Zwei Wochen später ging es bereits los! Soviel zur kurzen Vorgeschichte, die eigentlich noch viel mehr Details bereithält.
Hier eine kurze Zusammenfassung der Story:
In Anlehnung an wahre Ereignisse entstand die Idee, dass eine junge Hot Rodderin (von Faith gespielt) in einer Scheune auf einen 32er Deuce stößt und ihn kauft. Als sie sich an die Restauration macht, findet sie in der Seitenverkleidung einen frankierten, aber nie abgeschickten Brief. Dieser aus dem Jahre 1955 stammende, mysteriöse Liebesbrief veranlasst das Mädchen dazu, den durch ihn geweckten Fragen auf den Grund zu gehen: Wer ist Johnny Callaway? Welche Geschichte steckt hinter dem Wagen? Als das Mädchen versucht die Wahrheit herauszufinden, folgt der Zuschauer Flashback um Flashback den Fußstapfen von Johnny, der mit dem DEUCE OF SPADES, den schnellsten straßenzugelassenen Wagen zwischen 1952 bis 1955 sein Eigen nennen durfte.
Die Dreharbeiten starteten 2007 mit einer Crew bestehend aus 2-3 Leuten und natürlich den Nachwuchsschauspielern aus Kalifornien, die alle bereits ein Grundinteresse an den 50ern vorweisen konnten. Enorme Unterstützung bekam die Filmemacherin auch aus der Hot Rod Szene in und um Kalifornien. Sogar völlig Fremde meldeten sich bei Ihr, um ihre Hilfe anzubieten! Der Film beinhaltet unter anderem Szenen mit Drag Racing, Street Racing, Verfolgungsjagden mit der Rennleitung, Cruising usw. und läuft gut 90 Minuten. Es wurde an authentischen Orten mit ebenso authentischen Equipment gedreht. Zudem hat Faith mit Absicht alle Investorenangebote abgelehnt, um nicht an Authenzität zu verlieren. Dass dafür auch ihre Lebensversicherung und Altersvorsorge herhalten mussten, verdient höchsten Respekt! Des Weiteren muss man erwähnen, dass die Filmemacherin alle Aufgabenfelder, die eine Filmproduktion umfassen, selbst übernommen hat!
"Das der Film überhaupt entstanden ist und ich Filmemacherin geworden bin, habe ich allein meinem 32er Roadster zu verdanken!" ,sagt Faith in einem Interview.
Wir finden es braucht nicht nur mehr solcher Filme, sondern auch mehr solcher außergewöhnlichen Persönlichkeiten.